LIFT-Operation bei Analfisteln – schonend und mit guten Heilungschancen

In unserer proktologischen Praxis setzen wir seit einiger Zeit auch die sogenannte LIFT-Operation zur Behandlung von Analfisteln ein. Dieses moderne Operationsverfahren zeichnet sich insbesondere durch die Schonung des Schließmuskels und der empfindlichen Analhaut aus.

Wie funktioniert die LIFT-Operation?

LIFT steht für Ligation of the Intersphincteric Fistula Tract. Dabei wird der Fistelgang zwischen dem inneren und äußeren Schließmuskel aufgesucht und verschlossen. Lediglich der äußere Anteil des Fistelgangs wird entfernt beziehungsweise eröffnet. Die Schließmuskulatur bleibt dabei vollständig erhalten, und auch die empfindliche Analhaut wird weitgehend geschont.

Weniger Schmerzen und schnelle Wundheilung

Ein besonderer Vorteil dieser Methode liegt in der geringen Gewebebelastung. Die Patienten haben nach unseren bisherigen Erfahrungen meist nur geringe postoperative Schmerzen, und die vergleichsweise kleinen Operationswunden heilen rasch ab. Auch das Risiko einer Beeinträchtigung der Stuhlkontinenz ist sehr gering.

Gute wissenschaftlich belegte Heilungschancen

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen für die LIFT-Operation Heilungsraten von etwa 70 bis 80 Prozent, in einzelnen Studien auch darüber. Damit sind die Ergebnisse durchaus mit anderen etablierten Operationsverfahren wie dem Advancement-Flap (Verschiebelappenplastik) oder der Fistulektomie mit Schließmuskelnaht vergleichbar. Studien zeigen zudem günstige Ergebnisse hinsichtlich der postoperativen Schmerzen und der Schonung des Schließmuskels.

Für welche Patienten ist die Methode geeignet?

Besonders geeignet ist die LIFT-Operation für bestimmte, anatomisch gut zugängliche Analfisteln ohne komplizierte Verzweigungen oder Seitengänge. Auch bei ausgewählten Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn kann das Verfahren infrage kommen.

Unsere bisherigen eigenen Erfahrungen sind ermutigend. Gelegentlich aufgetretene oberflächliche Wundinfektionen konnten bislang problemlos konservativ behandelt werden. Langfristige eigene Heilungsraten können wir aufgrund des noch kurzen Beobachtungszeitraums allerdings nicht angeben.

Unser Fazit

Die LIFT-Operation stellt eine wertvolle Ergänzung unserer operativen Behandlungsmöglichkeiten dar. Besonders die Kombination aus guten Heilungschancen, weitgehender Schmerzarmut und Schonung des Schließmuskels macht dieses Verfahren für geeignete Patienten attraktiv.

Ob eine LIFT-Operation im individuellen Fall sinnvoll ist, klären wir im Rahmen einer sorgfältigen proktologischen Untersuchung.

Wissenschaftliche Literatur

  1. Emile SH et al. (2020): Ligation of intersphincteric fistula tract (LIFT) in treatment of anal fistula: An updated systematic review, meta-analysis, and meta-regression of the predictors of failure. Surgery.
  2. Bordeianou LG et al. (2022): The American Society of Colon and Rectal Surgeons Clinical Practice Guidelines for the Management of Anorectal Abscess, Fistula-in-Ano, and Rectovaginal Fistula. Diseases of the Colon & Rectum.
  3. European Society of Coloproctology (2024): European Society of Coloproctology guidelines for diagnosis and treatment of cryptoglandular anal fistula. Colorectal Disease.